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Ich bin berührt

Was denkt die Welt?

Wir haben uns gefragt, was die Welt wirklich über Deutschland denkt – das Land, das statistisch gesehen die meisten Asylbewerber_innen in Europa aufnimmt. Was bewegt die Menschen derzeit, wenn sie an die aktuelle Situation in Deutschland denken, die in den Medien oft als „Flüchtlingskrise“ betitelt wird?
Außerdem wollten wir wissen, wie sich die aktuelle Diskussion auf unsere Sprache auswirkt. Welches Wort, welche Beschreibung ist für die Befragten die richtige und passendste: Flüchtling, Refugee, Geflüchtete_r, Asysuchende_r, Vertriebene_r, Migrant_in etc.? Ist die Wortwahl den Menschen überhaupt wichtig? Hier einige Antworten.

Louisa aus Deutschland:

„Ich denke nicht, dass es eine deutsche Flüchtlingskrise ist. Ich denke das es eher eine europäische Flüchtlingskrise ist, welche jedoch nicht ausgeglichen bewältigt wird. In Deutschland wird mit einem hohen Anspruch an eine angemessene Unterbringung der Flüchtlinge sowie entsprechende Integrationsprojekte aktiv versucht, den Flüchtlingen eine der Situation entsprechenden möglichst guten Aufenthalt und Start in ein neues Leben zu ermöglichen. Klar, wir haben auch hier in Deutschland noch viel aufzubauen, was die Unterkünfte und überhaupt die Integration betrifft, aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Um diesen Ansprüchen jedoch auch gerecht zu werden, muss meiner Meinung nach eine gleichmäßigere Aufteilung der Flüchtlinge in Europa geschehen.
Ich finde der Wille zu helfen in Deutschland ist deutlich zu spüren und auch deutlich stärker als die Stimmen der Gegner.“

Ian aus Schottland:

„Deutschlands Herangehensweise an die Flüchtlingssituation muss auf so viele Arten gewürdigt werden und die Willkommenskultur dient als ein Beispiel für den Rest Europas und darüber hinaus. Im Vergleich dazu war die Antwort Englands beschämend und xenophobische Verhaltensweisen fruchten beunruhigenderweise in der Regierung.

Die Zahlen der „zugelassenen“ Flüchtlinge und die aufgebaute Infrastruktur in Deutschland zeigen, was erreicht werden kann – unabhängig von den Herausforderungen. Ich bin berührt und ebenso überrascht, wie eine konservative Regierung wie die von Merkel in dieser Sache so proaktiv handelte und sich nicht zynisch auf die EU Asylregeln (Dublin III) berief, um die Abgabe von Verantwortung zu rechtfertigen wie es andere Mitgliedsstaaten tun.

Wie auch immer, es kann immer mehr gemacht werden und ich kann nachvollziehen, wenn sich die Einstellungen Flüchtlingen gegenüber in Deutschland vielleicht ändern, vielleicht beschleunigt durch die wachsende Islamophobie in den Nachwirken der Anschläge in Paris.

Wir können aber hoffen, dass die Gemeinschaften in der EU offen bleiben und diejenigen willkommen heißen, die in Not sind. Wie immer ist ein exzellentes Beispiel in Schweden zu finden, wo, wie ich es verstehe, die proportional höchste Zahl an Flüchtlingen aufgenommen wird, mit erwarteten 170.000 Ende 2015.“

Text: verschiedene // Bild: Inga

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