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Menschengruppen auf Reisen

War heute an der mazedonisch-serbischen Grenze. Auf der Balkan-Route kommen Flüchtlinge durch Tabanovce, den letzten Ort auf mazedonischer Seite. 3 km sind es von hier nach Serbien, weitere 11 nach Presevo, von wo aus Busse (35€) und Bahnen (15€) sie an die kroatisch-serbische Grenze bringen. Hier waren wir abends gg. 17:30h. Die Polizei ist stark präsent. Die Schlangen sind geordnet, aber mehr als 100m lang. Es ist stockduster, die Kälte hält Einzug. Eine Schar an Freiwilligen, v.a. aus dem deutschsprachigen Raum, wie ich erfahre, leistet notwendige Hilfe. Nichtsdestotrotz werden viele die Nacht wohl in der Kälte ausharren müssen. Wie es an der kroatischen Grenze weitergeht, weiß man nicht – es gibt Gerüchte, dass auch diese Grenze geschlossen werden soll.

Wir selbst (5 Leute aus Pristina) haben den Tag über v.a. Kleiderspenden sortiert. Mein Eindruck in Tabanovce war ein positiver – es gab genug Verpflegung, die mazedonischen  HelferInnen, die hier seit Wochen/Monaten ein enormes Programm absolvieren, waren insgesamt gut organisiert und bei beeindruckend guter Laune. An Kleidern fehlte es v.a. an Winterfestem und Männerkleidung (Schuhe, Hosen, Handschuhe, Jacken…). Sommerkleidung musste von uns aussortiert und entsorgt werden (da Lagerkapazitäten nicht ausreichend sind und sie absehbar nicht gebraucht wird). Der Großteil an Flüchtlingen kommt mittlerweile aus Afghanistan, daneben natürlich v.a. Syrien. Einige Leute fragten, wie viel die Kleider kosten und waren überrascht, einige sprachen gar nicht. Viele bedankten sich und lächelten. Das Ganze erscheint surreal. Menschengruppen auf Reisen. Ich frage mich, wie ihr altes Leben war.

Ich frage mich, was ihr neues Leben für sie bereithält.

Text: Markus

[Dieser Beitrag entstand ursprünglich als Facebook-Post.]

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