Schreibe einen Kommentar

Ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen fortsetzen

Was denkt die Welt?

Wir haben uns gefragt, was die Welt wirklich über Deutschland denkt – das Land, das statistisch gesehen die meisten Asylbewerber_innen in Europa aufnimmt. Was bewegt die Menschen derzeit, wenn sie an die aktuelle Situation in Deutschland denken, die in den Medien oft als „Flüchtlingskrise“ betitelt wird?
Außerdem wollten wir wissen, wie sich die aktuelle Diskussion auf unsere Sprache auswirkt. Welches Wort, welche Beschreibung ist für die Befragten die richtige und passendste: Flüchtling, Refugee, Geflüchtete_r, Asysuchende_r, Vertriebene_r, Migrant_in etc.? Ist die Wortwahl den Menschen überhaupt wichtig? Hier einige Antworten.

Craig aus den USA:

„Um auf die Fragestellung zu antworten, werde ich die Terminologie „Flüchtling“ benutzen – auch wenn ich glaube, dass dieses Wort, zu einfach und optimistisch klingt, um all die Menschen zu beschreiben, die derzeit in Deutschland und Europa ankommen. Ein „Flüchtling“ ist eine Person, die gezungen wurde, ihr Land vor Krieg, Verfolgung oder einer Naturkastratrophe zu verlassen. Ich glaube, dass die Flüchtlingssituation weitaus komplizierter ist durch die Tatsache, dass dort Menschen, die nicht unter diese Kategorien fallen, versuchen, nach Deutschland und Europa zu kommen.“

Krenare aus dem Kosovo:

„In Bezug auf die Menschen, die ihr Land aus verschiedenen Umständen verlassen, würde ich sagen, dass die Definition von der jeweiligen Situation abhängt. Für mich ist ein Flüchtling jemand, der keine andere Möglichkeit hatte, als sein Land zu verlassen, da dort ein Bürgerkrieg oder allgemein Krieg herrscht – solche Umstände, die das eigene Leben in Gefahr bringen. Ein Asylsuchender ist wiederum jemand, der auf der Flucht vor eben genanntem ein schützendes Obdach benötigt, um ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen fortsetzen zu können. Ein Migrant ist für mich jemand, der aus einem bestimmten Grund in einem anderen Land als seinem Geburtsland leben, arbeiten, studieren oder anderes amchen möchte. Dies mag die verschiedensten Gründe haben; die politische Situation, ökonomische/soziale Bedingungen etc.

Ich denke, es ist wichtig zwischen diesen Begrifflichkeiten zu unterscheiden, denn sie entscheiden direkt darüber, welche Aufmerksamtkeit und Fürsorge diesen Menschen zukommt. Flüchtlinge sind in größerer Not, von daher sollten sie von Migranten unterschieden werden, deren Situation nie so schlimm ist wie die derer, die in ihrer Heimat nicht sicher sind.“

Peter aus Deutschland:

„Zur Wortwahl: ich halte das Wort Flüchtlinge für treffend – refugee als neudeutsche Schreibweise auch. Für mich ist vor allem das Wort davor von Bedeutung: Wirtschafts-, Kriegs,- oder Klima-… Wie man es dreht und wendet und wer welche Wortwahl verwendet hängt natürlich vom Hintergrund des jeweiligen Verwenders ab (Bundesregierung, Flüchtlingsorganisation, Opposition, Polizei, ängstliche Deutsche,…).“

Wiebke aus Deutschland:

„Die „Flüchtlingskrise“ ist ein beängstingendes Thema. So als jemand, der sich nicht wirklich mit dem Thema auseinander setzt, hört es sich an, als ob immer mehr nach Europa kommen und Europa bald zusammen bricht, weil keiner (Politik) klare Stellung bezieht und organisiert, was als nächstes zu tun ist. Vielleicht wird der Ausdruck „Flüchtlingskrise“ so oft verwendet, weil keiner weiß, wie es weiter gehen wird.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.