Auf fremden Pfaden

Malin hat ein ähnliches Ziel wie wir bei myvoice-project: Sie möchte eine Öffentlichkeit für Geflüchtete schaffen. Deshalb führt sie einen Blog, auf dem sie Geschichten von Flucht und Vertreibung erzählt. Sie sagt:

auffremdenpfaden – Ein Blog für mehr Akzeptanz ist ein Blog, der sich mit den Lebens- und Fluchtgeschichten Geflüchteter auseinandersetzt. Er dient ihnen als Plattform, damit sie ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen können. Euch erwarten Erzählungen und Berichte über das Leben in ihren Heimatländern, die dortige politische Lage, Flucht, Gefangenschaft, Folter, der Angst, alles zu verlieren und der Hoffnung, dem ganzen Wahnsinn zu entkommen und an einem friedlichen Ort ein ganz normales Leben führen zu können. Ziel dieses Projektes ist es, mehr über die Geflüchteten zu erfahren, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und so viele Menschen wie möglich an diesem Dialog teilhaben zu lassen. Es gibt zahlreiche Leute, die Vorurteile gegen Flüchtlinge haben, andere haben Angst und sehen Flüchtlinge nur als eine große Masse, von der Europa überrannt wird. Daher möchte ich Geflüchteten eine Stimme geben und somit darauf aufmerksam machen, dass auch sie Menschen wie du und ich sind, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hat.“

Malin veröffentlichte zum Beispiel die Geschichte von Alaa, einem Künstler aus Syrien:

Alaa Aldin Alhassoun ist Künstler, 31 Jahre alt und kommt aus Aleppo, Syrien.
Am Fathi Mhd Institut für Kunst studierte er Skulptur und Zeichnen und machte anschließend seinen Abschluss an der Universität in Damaskus in Kunstwissenschaften mit dem Schwerpunkt Zeichnen. Dank eines Stipendiums, welches er von der syrischen Regierung bekam, hatte er Ende 2011 die Möglichkeit, ein Studium mit dem Schwerpunkt Kunstkritik an der Kunstakademie in Kairo zu beginnen. Weiterlesen

Wir finden, ein Besuch des Blogs lohnt sich, weil der unverfälschte Einblicke in Flucht und Fluchtursachen gibt. Die Texte sind lang, doch nur so werden sie den Lebensgeschichten und ihren verschlungenen Wegen gerecht. Schön, dass jemand sich dieser Geschichten annimmt!

Text: Malin Günther // Bild: Alaa