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Das Gefühl der Sicherheit ist eines der menschlichen Grundbedürfnisse

Was denkt die Welt?

Wir haben uns gefragt, was die Welt wirklich über Deutschland denkt – das Land, das statistisch gesehen die meisten Asylbewerber_innen in Europa aufnimmt. Was bewegt die Menschen derzeit, wenn sie an die aktuelle Situation in Deutschland denken, die in den Medien oft als „Flüchtlingskrise“ betitelt wird?
Außerdem wollten wir wissen, wie sich die aktuelle Diskussion auf unsere Sprache auswirkt. Welches Wort, welche Beschreibung ist für die Befragten die richtige und passendste: Flüchtling, Refugee, Geflüchtete_r, Asysuchende_r, Vertriebene_r, Migrant_in etc.? Ist die Wortwahl den Menschen überhaupt wichtig? Hier einige Antworten.

Ian aus Schottland:

„Obwohl Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, nach legaler Definition solange als Asylsuchende bezeichnet werden bis ihr Status „bestätigt“ wurde und sie „Flüchtlinge“ werden, tendieren in Schottland viele Leute ungeachtet dessen dazu, den Ausdruck „Flüchtlinge“ zu verwenden.

Einige Medien beharren darauf, den Ausdruck „Migrant“ zu verwenden, jedoch ist dies wenig hilfreich und untermauert, die Dringlichkeit und Legitimität derjenigen in Not.“

Inga aus Deutschland:

„Zuerst war da die Idee mit myvoice-project, dann wurde es konkreter. Es hieß, eine Projektbeschreibung auf Papier zu bringen. Schnell wurde klar, dass es schwierig sein wird, den richtigen Ausdruck für die Menschen, deren Perspektiven wir in erster Linie aufzeigen wollen, zu finden: sei es Refugee, Flüchtling, Vertriebener oder geflüchteter Mensch. Uns war der Ausdruck „geflüchteter Mensch“ sehr schnell ganz lieb, denn er zeigt das Wesentliche: Es geht hier um Menschen. Genau diese Antwort gebe ich auch immer wieder, wenn ich zu meiner Arbeit gefragt werde, „Wie sind sie denn so, die Flüchtlinge?“. Es sind Menschen, wie du und ich, es gibt nichts, was sich allgemein sagen lässt. Es sind Individuen, wie du und ich.“

Louisa aus Deutschland:

„Ich nenne sie Flüchtlinge, da sie wie der Name schon sagt „flüchten“ , sei es vor Krieg, Gewalt oder Hunger. Das Gefühl der Sicherheit ist eines der menschlichen Grundbedürfnisse und das ist eine Tatsache, an die sich jeder erinnern sollte.“

Text: verschiedene // Bild: Inga

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