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Neue Perspektiven

Wir starten nun mit unserem neuen Projekt, welches wir myvoice-project getauft haben. Der Name lehnt sich daran an, dass wir eine Plattform für die Stimmen geflüchteter Menschen schaffen wollen. Wir interviewen sie aber nicht einfach und lassen uns ihre Geschichte erzählen, sondern wir zeigen gemeinsam mit ihnen wie auch allen anderen, die etwas zum Thema zu sagen haben, neue PerspektivenFacebook auf – und das auf alle erdenklichen kreativen Arten und Weisen. Deswegen nennen wir es auch Projekt und nicht einfach Blog.

Es vergeht kein Tag, an dem wir im Radio nichts über die aktuellen Entwicklungen in den Flüchtlingsunterkünften unserer Stadt hören. Es vergeht auch kaum ein Tag mehr, an dem wir nicht in der Zeitung lesen, welche Strategien gerade politisch diskutiert werden, um die aktuelle Situation zu verbessern. Es ist eine Tatsache: In diesem Jahr, dem Jahr 2015, waren mehr Menschen denn je gezwungen, auf nicht legale Weise nach Europa und Deutschland einzureisen: 303.443 Erst-und Folgeanträge gab es  dieses Jahr in Deutschland bereits, wie die neueste Statistik vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz: BAMF, (auch grafisch aufbereitet) im Bericht zum September darstellt.

Da wir jedoch nicht den ganzen Tag still in unserem Zimmer hocken und uns von den Medien beschallen lassen, sehen wir noch mehr. Wir hören noch mehr und wir machen noch mehr. Wir gehen aus dem Haus und sehen die Menschen, die nach der Flucht aus ihrer Heimat nun in Deutschland ankommen. In Hamburg sehen wir viele von ihnen am Hauptbahnhof, darauf wartend, dass es weitergeht. Weiter in eine andere Stadt, eine Unterkunft in Hamburg oder ein anderes Land. Oder wir sehen sie in unserer Nachbarschaft, die vielen neuen Gesichter derjenigen, die vorher nicht da waren. Zahlreiche Hamburger, aber natürlich auch Menschen anderswo in Deutschland, haben bereits geholfen: durch Geld- oder Sachspenden oder durch ehrenamtliches Engagement. In Hamburg ist es besonders einfach, einige Stunden in der Kleiderkammer Messehallen mit anzupacken, Kleider zu sortieren und zu verpacken. Wieder andere sind aktiv in Initiativen oder verwirklichen Integrationsprojekte ihrer Vereine oder Einrichtungen.

Es verändert sich derzeit viel in Deutschland, das lässt sich nicht leugnen. Wir alle nehmen es wahr. Wir haben unsere Sichtweise auf die Geschehnisse und haben auch die Meinungen anderer gehört. Wir haben uns schon direkt mit geflüchteten Menschen unterhalten und verstehen ihre Bedürfnisse. Oder aber wir haben bis jetzt nur beobachtet, denn den Kontakt mit neuen Menschen haben nicht alle regelmäßig in unserem Alltagstrott. Doch wir müssen uns jetzt aufrütteln und mit der neuen Situation auseinandersetzen, denn diese wird sich nicht so schnell wieder ändern, welche Strategie unsere Politik auch immer einschlägt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns dessen bewusst werden.

„myvoice schafft ein Podium für einen anderen Blick auf und aus Hamburg.“

myvoice schafft ein Podium für einen anderen Blick auf und aus Hamburg und auf und aus Deutschland. Jetzt ist die richtige Zeit, diese Chance zu ergreifen und uns kritisch mit unseren Erlebnissen, Erfahrungen, Meinungen, Ängsten und Ideen auseinanderzusetzen. Wir wollen sie jetzt teilen, damit wir voneinander lernen können und gemeinsam unser Zusammenleben gestalten. Wir möchten diesen anderen Blick als offenes Forum anbieten und freuen uns über Leserinnen und Leser, Beiträge, Mitwirkende und Meinungen. Dabei geht es vorrangig um die Perspektive geflüchteter Menschen, die in den Massenmedien viel zu kurz kommt. Um einen Dialog zu schaffen, veröffentlichen wir aber auch Gastbeiträge deutscher Autorinnen und Autoren. Denn nur wer den Dialog sucht, versteht den anderen Blick. Wir wollen viel bewirken und das geht am besten gemeinsam!

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